06. August 2011  

Zwischen Rheinbach und Euskirchen herrscht Geflügel-Krieg

Bei Kuchenheim soll ein großer Legehennenbetrieb entstehen, nahe Palmersheim eine Putenmastanlage. Die Betreiber versprechen Fleisch und Eier aus der Region. Die Bürgerinnen und Bürger aus dem Umland wollen das verhindern.
Unter dem Motto „Frischluft statt Tierfabriken“ kämpft eine Rheinbacher Bürgerinitiative gegen die Betriebe. Viele  Anwohner bangen um die gute Landluft, befürchten durch Lärm und Gestank unzumutbare Belastungen.

 

Der Eigentümer Rainer von Meer, der den Putenmastbetrieb für bis zu 40.000 Tiere bauen will, beruft sich auf das Emissionsgutachten das er hat erstellen lassen, das aussagt dass es ab 800 Metern Entfernung  überhaupt keine Belastung mehr gibt. Die nächsten Anwohner sind viel weiter als 800 Meter entfernt , daher sind die Proteste für ihn völlig unbegründet. Auch die Rheinbacher Politik ist gegen die Geflügelgroßbetriebe. Bürgermeister Stefan Raetz kann sie trotzdem nicht verhindern. Denn zuständig für die Baugenehmigung ist die Stadt Euskirchen, der Stadtrat hat bereits zugestimmt. Auch Karl-Heinz Hennes will darauf keine Rücksicht nehmen: Sein Eierhof in Kuchenheim soll zum Legehennenbetrieb für 270.000 Tiere umgebaut werden.

Der Landwirt zeigt zwar Verständnis für die Gegner, möchte sie zu einer Besichtigung des Betriebs einladen. Von seinen massiven Umbauplänen lässt er sich aber nicht abbringen: „Der Gesetzgeber steht auf meiner Seite“, sagt Hennes entschieden. „Wenn ich die Anlage bauen will, dann mache ich das auch.“Der Vorsitzende der Partei DIE LINKE. Kreisverband Euskirchen Franz Josef Mörsch jr. und der Stadtverbandsvorsitzende DIE LINKE. Euskirchen Jan Fischer sehen das ganz anders:


„Die Tiere sind auf engstem Raum eingepfercht und fristen ihr Dasein, bis sie geschlachtet werden. So eine Massentierhaltung wollen wir hier in unserer ländlichen Gegend nicht, das ist einfach nur abartig.“


„Der Platz eines Aktendeckels gilt als ausreichender Lebensraum für ein Legehuhn. Die Anbindehaltung von Milchkühen schränkt die Bewegungsmöglichkeit stark ein. DIE LINKE. setzt sich für tiergerechte und ethisch vertretbare Tierhaltung ein.
Industrielle Massentierhaltung ist weder tiergerecht noch ethisch vertretbar. Sie geht in der Regel mit Umweltbelastung und Arbeitsplatzvernichtung einher. Alte landwirtschaftliche Nutztierrassen sterben aus. Ständige Effizienzsteigerungen zur Kostenminimierung gefährden selbst eine Mindestversorgung der Tiere, von einer tiergerechten Betreuung ganz zu schweigen.

Deshalb fordert DIE LINKE.:


•    Die Käfighaltung von Legehennen, auch in Kleingruppen, muss verboten werden.
•    Neue hohe Standards für die Massentierhaltung müssen eingeführt werden.
•    Wir unterstützen Prüf- und Zulassungsverfahren für Stalleinrichtungen.Diese sollen auch für Stalleinrichtungen von Heimtieren gelten.
•    Die betäubungslose Kastration männlicher Ferkel muss ebenfalls untersagt werden.
•    Lebendtiertransporte von mehr als 4 Stunden dürfen nicht mehr durchgeführt werden. Stattdessen sollen Frischfleischtransporte stattfinden.
•    Es muss ein dichteres Netz kleiner regionaler Schlachthöfe geschaffen werden.

•    Im Bereich Tierversuche fordert DIE LINKE. einen Paradigmenwechsel. Tierversuche müssen im Grundsatz verboten und nur in Ausnahmefällen genehmigt werden. Alternative Testmethoden sind nachdrücklicher zu erforschen.
•    DIE LINKE. setzt sich für ein Tierschutzsiegel auf Lebensmitteln ein.
 
DIE LINKE. setzt sich seit vielen Jahren für das Verbandsklagerecht für anerkannte Tierschutzvereine ein. Nur so kann das Interesse der Tiere auf die Freiheit von Leiden und Schmerzen geschützt werden.

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